tipps für verkäufer

 

warencheck

denk noch mal drüber nach: willst du wirklich die silbernen 70er-jahre-plateauschuhe verkaufen? denk an fasching, denk an immer wieder kehrende moden, denk an deine erben. und lohnt es sich tatsächlich, das postkartenalbum vom opa für ein paar euro an den mann zu bringen, oder schmökerst du an kalten winterabenden immer wieder gerne darin? wenn diese erinnerungen weg sind, sind sie für immer weg.
nachgedacht? gut, dann lies weiter.

preiskalkulation
lass dich nicht über den tisch ziehen. ermittle bei ebay vorher den ungefähren wert der dinge, die du verkaufen willst. beobachte pro ware ein, zwei auktionen, bis sie auslaufen. für wie viel gingen die sachen weg?

 

terminplanung
wie wird das wetter am verkaufstag? sonnenschein garantiert viele käufer. sind gerade ferien und viele leute im urlaub? dann ist die kundschaft wahrscheinlich sehr überschaubar. ist gerade monatsanfang und die gehälter wurden überwiesen? dann sitzt das geld locker. gibt es in deiner stadt einen riesenflohmarkt, der nur ein oder zwei mal im jahr statt findet? dort ist massig publikum da, allerdings ist die konkurrenz auch groß und die standmieten sind teurer.

marktrecherche 1
hast du eine besondere warenrichtung im angebot, z.b. kindersachen? dann erkundige dich, ob es spezialmärkte dafür in deiner umgebung gibt. auch bei flohmärkten gibt es unterschiede. hat sich ein flohmarkt eher zu einem antiquitätenmarkt entwickelt, wirst du dort deine h&m-klamotten eventuell schlecht an den mann bringen. 

marktrecherche 2
wenn du einen markt gefunden hast: organisiere dir einen übersichtsplan und recherchiere, wo die besten standplätze sind. wo sind die wege geteert? wo sind mögliche treffpunkte der käufer? vielleicht kannst du auch plätze reservieren.

waschtag
lästig, aber bares geld wert: gewaschene, geputzte schuhe und kleider finden natürlich schneller interessenten als miefige, verknitterte ware.

 

 

 

wecker stellen
ein flohmarkt beginnt früh. egal, was die offiziellen zeiten sagen: er beginnt in der regel 2 stunden früher. meist muss man schon um 5:00 uhr da sein, um überhaupt noch einen platz zu ergattern.

 

 

overdressing
wirf einen kritischen blick in den spiegel, denn dein outfit entscheidet heute über deine einnahmen. wirkst du seriös und ordendlich? dann sind wahrscheinlich auch deine waren in gutem zustand. bist du gut und teuer gekleidet? dann hast du sicherlich auch wertvolle schätze im angebot.

grundausstattung

  • tapezier- oder biertisch
  • geld für standgebühr
  • ca. 50 euro in kleinen scheinen und münzen als wechselgeld
  • plastiktüten und zeitungspapier zum verpacken zerbrechlicher ware
  • kisten, schachteln oder vitrinen zum präsentieren von kleinwaren
  • stuhl
  • durchsichtige plane zum abdecken der waren bei regen
  • regenschirm
  • sonnenschutz, sonnencreme
  • beim verkaufen von kleidern zusätzlich:

  • kleiderstange
  • kleiderbügel
  • spiegel

 

 

 

standdesign
putze deinen stand fein heraus! oft entscheidet eine sekunde, ob sich ein potentieller käufer für deine sachen interessiert. deshalb sollte alles auf einen blick sichtbar und einladend für ihn sein. also: kleider aufhängen, kindersachen auf kindgerechter höhe platzieren, ein paar besonders schöne und interessante blickfänge ganz nach vorne stellen.

publikum
der mensch ist ein herdentier. leute interessieren sich für stände, vor denen sich schon kundschaft angesammelt hat. ab und an einen dummy-interessenten [mama, freund o.ä.] vor den stand zu platzieren, der begeistert “oh” und “toll” ausstößt, ist in durststrecken durchaus erlaubt.

 

freundlichkeit und phantasie
auf diese beiden schönen eigenschaften falle ich selbst als käufer immer wieder rein. es braucht dazu nicht viel: einen begeisterten, putzigen verkäufer. mindestens eine geliebte, eben verstorbene oma, die damals für ein souvenir aus oberursel unendliche strapazen oder horrende kosten auf sich genommen hat.