less is more

31. Dezember 2006

architektur wie sie im buche steht

ganz viel geduld sollte man mitbringen, wenn man die ausstellung “architektur wie sie im buche steht. fiktive bauten und städte in der literatur” in der pinakothek der moderne besucht. denn hier wird wirklich nicht mit material gegeizt. wohl aber mit der usability.

um was geht es? eigentlich sagt das doch schon der titel: um fiktive bauten und städte in der literatur. ein architekt oder maler zeichnet oder baut die fiktion eines schriftstellers nach oder der schriftsteller greift selbst zum zeichenstift. aber warum wird dann ein ausschnitt aus “die verachtung” gezeigt? ein film, dessen kulisse die äußerst reale casa malaparte ist. und warum hängt hier ein archigram-bild? ist doch klar, dass architekten ihre entwürfe aufzeichnen. 

eine beschränkung auf das kernthema hätte die reizüberflutung ein wenig eindämmen können. aber nun gut, das ist vielleicht die künstlerische freiheit des ausstellers.

was aber wirklich stört, ist die beschriftung der ausstellungsstücke. ich habe keine lust, mich bei jedem der werke durch literarische ergüsse zu lesen, die mir erst am ende und dann auch nur vielleicht verraten, wer hier was interpretiert und warum. wenn ich sie denn gefunden habe, die beschriftungen. sie sind teilweise so gut versteckt, beziehungsweise so kunstvoll um säulen geschlungen, dass man schnell verzweifelnd gähnend aufgibt.

keine chance, die in teilen sehr hochwertigen exponate von schinkel bis zumthor zu erfassen, ohne den katalog im nachhinein durchzuarbeiten. ist das der sinn einer ausstellung?
da kann mich nicht einmal der blick in die villa kunterbunt versöhnen.

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pinakothek der moderne