spurensuche

11. September 2005

tatort :: haus der gegenwart

messe riem, am rand des buga-geländes - schaulustige versammeln sich vor einem neubau, angelockt durch das blaulicht eines polizeiautos und einige wichtig schauende beamte.

die polizisten geben den passanten bereitwillig auskunft. etwas mysteriöses ist vor kurzem hier passiert. der tatort ist nun teilweise abgesperrt, um die beweisstücke zu sichern. für 3 euro darf man aber gerne mal das haus inspizieren. viele stutzen, manche zahlen.

spuren gibt es viele. ein sauber ausgeschaufeltes grab im garten, unzählige leere wein- und bierflaschen, hühnerbeine und andere essensreste - ein lebloser arm hinter dem sofa??

eine kulisse des schreckens - aber eben nur eine kulisse. im rahmen der reihe “die lebenden möbel” wurde diese installation vom “haus der gegenwart” und der “freien klasse” initiiert. vom 10. bis 15. september ist jeder zur tatortbesichtigung und zur aufklärung des falls aufgerufen. per mail kann man seinen tathergang dann einsenden.

durch die installation ergibt sich eine sehr skurrile mischung an hausbesuchern. es treffen schaulustige auf spurensuchende, die mit notizblock bewaffnet jedes detail inspizieren. dazwischen mischen sich stirnrunzelnd die architekturbegeisterten. sie hätten eigentlich gerne eine der führungen im “haus der gegenwart” mitgemacht, versuchen jetzt aber tapfer, trotz größtmöglicher unordnung und minütlich einsetzenden polizeifunkdurchsagen, die räume auf sich wirken zu lassen.

denn das “haus der gegenwart” ist der gebaute sieger eines 2001 vom sz-magazin ausgerufenen wettbewerbs. es soll antworten geben auf die fragen: wer wohnt heutzutage eigentlich in einem wohnhaus für vier personen? wie privat, wie öffentlich will man wohnen? was könnte ein raumgefüge sein, das sich wandelnden lebensentwürfen anpasst? wie kann das auf einem engen grundstück realisiert werden?

entstanden ist ein zweistöckiges haus, dessen erdgeschoss durch drei separate, flexibel aufteilbare räume ein spiel mit dem außenraum eingeht. darüber schwebt die kollektivbox, die von allen bewohnern als gemeinschaftsraum zum kochen oder zum wohnen genutzt werden kann.

an diesen tagen wird das haus zur bühne für den “tatort” und dadurch auch zu einem hauptdarsteller des geschehens. so spannend kann man räumen also leben einhauchen und ein architektonisches pilotprojekt für alle erlebbar machen.

aber was ist denn nun passiert? die ermittlungsergebnisse werden am 28.9. um 20:30 uhr in der luitpold lounge präsentiert. spannend, denn “die freie klasse ist gefährlich”!

anschauen:
mehr bilder

weiterlesen:
total gescheitert”
http://www.hausdergegenwart.de
http://www.freie-klasse-muenchen.de/

hingehen:
http://www.hausdergegenwart.de/programm/index.php?seite=zeigt