“die berge von riem”

9. September 2005

fotos :: camilla kraus

kleine jungs wollen baggerfahrer werden. fasziniert von der größe und der technik dieser riesigen maschinen wollen sie ein staubiges, rauhes leben auf der baustelle führen, wo der bagger seine gefährlichen zähne in die frische erde gräbt. außer bei kleinen jungs hält sich die begeisterung für baustellen allerdings in grenzen. schmutzig, laut, häßlich sind sie. wirklich?

camilla kraus hat den aufbau des neuen münchner stadteils riem zehn jahre lang fotografisch dokumentiert. das heißt, sie hat mit ihrer kamera endlos wirkende landschaften gezeichnet. ruhig liegen sie da, die aufgeschütteten kieshaufen, als wären sie schon immer da gewesen und nicht eben erst durch die bauarbeiter entstanden. maschinen, schilder, spuren - nur die handschrift des menschen taucht in den bildern auf. der mensch selbst bleibt fern.

das ist so schön und die landschaften wirken so spannend, dass man die schrecken aller baustellenpraktika vergisst und sofort losläuft, um den nächsten bagger zu umarmen, und die wanderstiefel schnürt, für eine tour durch die baugruben um`s eck.

anschauen:
http://www.camilla-kraus.de/

hingehen:
14.01.-28.02.2006: ausstellung im kulturzentrum messestadt riem, münchen