die pest

23. September 2005

löwen des grauens

überall in der münchner innenstadt stolpert man mittlerweile über leer vor sich hin starrende sitzende, stehende, männchen machende löwenfiguren. die armen viecher sind in der regel entweder augenkrebsfördernd bunt und/ oder megakreativ mit allen möglichen symbolen, formen oder lederhosen bemalt. klar, dass sich auch künstler vom kaliber einer paris hilton an ihnen austoben durften.

beim anblick der ersten dachte man noch: schlimm, aber schau ich halt weg. mittlerweile weiß man aber gar nicht mehr so genau wo man hinschauen soll. ja klar, denn bis oktober sollen, sagt oberbürgermeister ude, “bereits über 500 exemplare farbenfrohe akzente ins stadtbild setzen”. o mein gott. “und es werden bis zur wm 2006 noch mehr werden”.

gut, es ist für einen guten zweck. die löwen kann man kaufen und der erlös geht an “münchner kinder in not”. aber fällt den initiatoren nicht mehr ein als diese abgedroschene idee? es gibt so viele junge ambitionierte künstler in münchen, die den stadtraum gewinnbringender gestaltet hätten als mit einem billigen, bepinselten klischee.

die löwen werden verkauft. das heißt: nach der aktion stehen die viecher zwar nicht mehr in der innenstadt rum, aber in vorgärten und verkaufshallen. ein tückisches virus ist das, eine nicht aufzuhaltende löwen-pest.

wenn jemand ein herz, geld und geschmack hat, appelliere ich an ihn: löwen aufkaufen und schön genüsslich in den sondermüll damit.

weiterlesen:
die pest - nachtrag

wirklich anschauen? na gut:
http://www.leo-parade.de/