archiv Dezember, 2006

less is more

31. Dezember 2006

architektur wie sie im buche steht

ganz viel geduld sollte man mitbringen, wenn man die ausstellung “architektur wie sie im buche steht. fiktive bauten und städte in der literatur” in der pinakothek der moderne besucht. denn hier wird wirklich nicht mit material gegeizt. wohl aber mit der usability.

um was geht es? eigentlich sagt das doch schon der titel: um fiktive bauten und städte in der literatur. ein architekt oder maler zeichnet oder baut die fiktion eines schriftstellers nach oder der schriftsteller greift selbst zum zeichenstift. aber warum wird dann ein ausschnitt aus “die verachtung” gezeigt? ein film, dessen kulisse die äußerst reale casa malaparte ist. und warum hängt hier ein archigram-bild? ist doch klar, dass architekten ihre entwürfe aufzeichnen. 

eine beschränkung auf das kernthema hätte die reizüberflutung ein wenig eindämmen können. aber nun gut, das ist vielleicht die künstlerische freiheit des ausstellers.

was aber wirklich stört, ist die beschriftung der ausstellungsstücke. ich habe keine lust, mich bei jedem der werke durch literarische ergüsse zu lesen, die mir erst am ende und dann auch nur vielleicht verraten, wer hier was interpretiert und warum. wenn ich sie denn gefunden habe, die beschriftungen. sie sind teilweise so gut versteckt, beziehungsweise so kunstvoll um säulen geschlungen, dass man schnell verzweifelnd gähnend aufgibt.

keine chance, die in teilen sehr hochwertigen exponate von schinkel bis zumthor zu erfassen, ohne den katalog im nachhinein durchzuarbeiten. ist das der sinn einer ausstellung?
da kann mich nicht einmal der blick in die villa kunterbunt versöhnen.

weiter lesen:

pinakothek der moderne

kunst von der stange

29. Dezember 2006

lumas

bezahlbare kunst ist eine feine sache. lumas bietet fotokunst von bekannten künstlern und neuen talenten in überschaubaren stückzahlen von durchschnittlich 100 exemplaren an. zu einem preis, der weit unter normalen galeriepreisen liegt. kaufen kann man im internet oder in einer der lumas-galerien.

ich war kaufbereit, als ich bei lumas in der brienner straße einlief. wollte noch mal einen blick auf das werk werfen, in das ich mich online verliebt hatte und dann zuschlagen.

erster rückschlag: die käufer. rosa, rote, orange ralf-lauren-poloshirts. schnell noch kunst kaufen, dann ab ins p1. auf einmal konnte ich mir schon nicht mehr so gut vorstellen, dass bei mir ein foto hängt, das bei potenziell 99 pr-beraterinnen  oder wirtschaftsprüfern die wand über kamin und kuhfell ziert.

zweiter rückschlag: die verkäufer. mein lieblingsbild ist auf aluminium kaschiert. das ist schön. aber die letzte schicht bildet eine acrylglasplatte, die wie ein spiegel reflektiert. ich sehe eigentlich nur mein gesicht, wenn ich das bild betrachte.
das hätte ich gerne anders, und zwar so, wie fast alle anderen bilder in der galerie hängen: matt, ohne acrylglas. kann ja nicht so schwer sein.
oh doch. es ist sogar unmöglich. die verkäuferin klärt mich auf, dass der künstler sich für diese rahmung entschieden hat und der künstler hat immer recht und damit basta. ich könne das bild ja auch ohne rahmen haben und mich dann selbst um die kaschierung kümmern.

alles klar. dann kümmere ich mich doch auch gleich um das foto.
das ist dann auch ein einzelstück.

weiter lesen:

www.lumas.de

nikolaustest 10

29. Dezember 2006

milka-nikolaus alpenmilch

eindruck:

psst. der nikolaus wünscht absolute ruhe. ein langweiliger spielverderber? oder hat er etwas zu verbergen?

geschmack:

laaangweilig. im vergleich zu anderen testkanditaten kann er nicht mithalten.

preis:

keine ahnung

nikolaustest 9

29. Dezember 2006

after eight-nikolaus

eindruck:

grün statt rot und riesengroß. so sticht er jeden anderen weihnachtsmann aus im supermarktregal. war ziemlich bald vergriffen.  

geschmack:

schmeckt haargenau wie die after eight-täfelchen, obwohl die minz-pampe fehlt. das nenn ich schokokunst.

preis:

1,98 euro

 

 

nikolaustest 8

24. Dezember 2006

lindt-nikolaus mit der glocke

eindruck:

schält man ihn aus dem glöcken und der 08/15-aluverpackung, entdeckt man eine schön schlichte schoko-ikone, die traurig ihr baldiges ende erwartet.

geschmack:

ein klassiker. schmeckt einfach gut.

preis:

3,40 euro

nikolaustest 7

24. Dezember 2006

heilemann-weihnachtsmann

eindruck:

steht nicht in bunter aluverpackung im regal, sondern praktisch nackig, in durchsichtiger tüte. seine großen schwarzen kugelaugen irritieren etwas.

geschmack:

vollmilch, weiße und zartbitterschokolade setzen akzente. einer der geschmacklich feinsten.

preis:

3,10 euro

nikolaustest 6

24. Dezember 2006

feodora-nikolaus

 

eindruck:

der hersteller feodora beschreibt ihn als “santa claus im amerikanischen stil”. sehr fein gezeichnet. erinnert an altes bleichspielzeug. ist eher was für den opa als für den kleinen jannik-ole.

geschmack:

milchschokolade, die zu dunkel und zu langweilig schmeckt.

preis:

3,00 euro

nikolaustest 5

17. Dezember 2006

smarties klapper-klaus

eindruck:

der klaus ist durch das ständige klappern in seinem innern und die fliegenden kreaturen vor seinem bart völlig wahnsinnig geworden. nur so erklären sich die weit aufgerissenen augen und der apathisch aufgerissene mund. 

geschmack:

durchschnittliche, langweilige schokolade.  

preis:

1,49 euro

nikolaustest 4

17. Dezember 2006

kitkat-nikolaus

eindruck:

sehr schlecht verkleideter nikolaus-student.

geschmack:

milchschokolade mit hellen knusperpixeln. sieht zwar auf den ersten blick nicht so appetitlich aus, macht aber so süchtig, dass der junge mann kein langes leben hatte.

preis:

1,99 euro

nikolaustest 3

11. Dezember 2006

kinder-nikolaus

eindruck:

ein bisschen fürchtet man sich vor dem merkwürdigen onkel, der wirr grinsend mit rausgestreckter zunge vor einem steht. sehr schwer zu öffnen, das macht in anbetracht der vorfreude etwas ärgerlich.

geschmack:

eine riesen kinderüberraschungsei-schokolade. ein traum.

preis:

keine ahnung