kategorie alltag

maschenplan

7. Januar 2007

ich will einen gestrickten dackel

genau. schon immer. aber alle verwandten/ bekannten strickprofis kann ich gerade mal zu einem gestrickten schal bewegen. seit ich die strickzeitschrift “die masche” mit einer anleitung zum dackelstricken mein eigen nenne, weiß ich auch warum: man muss das studieren. dagegen ist jeder bauplan eine kindergartenzeichnung.

ich will aber trotzdem einen gestrickten dackel. und zwar genau diesen.

deshalb warte ich gespannt, dass etsy die überarbeitung seines “alchemy“-bereich abschließt. dort können dann nämlich erprobte strickasse meine anfrage ersteigern. meine letzte hoffnung.

da ich mir sicher bin, dass es jeden brennend interessiert, wie dieses thema weiter geht, bleibe ich dran und werde über noch so kleine fortschritte detailliert berichten.

gutes neues frisches jahr.

1. Januar 2007

neues jahr

kunst von der stange

29. Dezember 2006

lumas

bezahlbare kunst ist eine feine sache. lumas bietet fotokunst von bekannten künstlern und neuen talenten in überschaubaren stückzahlen von durchschnittlich 100 exemplaren an. zu einem preis, der weit unter normalen galeriepreisen liegt. kaufen kann man im internet oder in einer der lumas-galerien.

ich war kaufbereit, als ich bei lumas in der brienner straße einlief. wollte noch mal einen blick auf das werk werfen, in das ich mich online verliebt hatte und dann zuschlagen.

erster rückschlag: die käufer. rosa, rote, orange ralf-lauren-poloshirts. schnell noch kunst kaufen, dann ab ins p1. auf einmal konnte ich mir schon nicht mehr so gut vorstellen, dass bei mir ein foto hängt, das bei potenziell 99 pr-beraterinnen  oder wirtschaftsprüfern die wand über kamin und kuhfell ziert.

zweiter rückschlag: die verkäufer. mein lieblingsbild ist auf aluminium kaschiert. das ist schön. aber die letzte schicht bildet eine acrylglasplatte, die wie ein spiegel reflektiert. ich sehe eigentlich nur mein gesicht, wenn ich das bild betrachte.
das hätte ich gerne anders, und zwar so, wie fast alle anderen bilder in der galerie hängen: matt, ohne acrylglas. kann ja nicht so schwer sein.
oh doch. es ist sogar unmöglich. die verkäuferin klärt mich auf, dass der künstler sich für diese rahmung entschieden hat und der künstler hat immer recht und damit basta. ich könne das bild ja auch ohne rahmen haben und mich dann selbst um die kaschierung kümmern.

alles klar. dann kümmere ich mich doch auch gleich um das foto.
das ist dann auch ein einzelstück.

weiter lesen:

www.lumas.de

“total gescheitert”

4. Oktober 2005

tatort :: haus der gegenwart

ich verlasse die luitpold lounge desillusioniert und ärgere mich über mich selbst.

nach bester “tatort”-manier wollte ich natürlich die perfekte lösung nach 90 minuten. hieb- und stichfeste beweise, einen lückenlos konstruierten tathergang, einen geständigen übeltäter.

viel habe ich über den fall nachgedacht, nachdem ich den tatort im “haus der gegenwart” besucht hatte. wer ist das opfer? ist die zeit der täter, die architektur oder war es doch ein verbrechen aus leidenschaft? - alles schien mir möglich.

total gescheitert bin ich. denn: “total gescheitert” sind auch die ermittler - die “freie klasse”. der titel ihres katalogs ist programm. so auch diesmal.

sie laden in die luitpold lounge, versprechen dort die aufklärung des falls. lassen vorher noch geladene sonderermittler, vier münchner autoren, ihre ergebnisse vortragen. die geben, jeder auf seine weise, ihre eindrücke sehr anschaulich und unterhaltsam wieder. sehr lustig, wie die herren polizisten auf dem audioband von katja huber von aber auch gar nichts eine ahnung haben. nur der kollege charly scheint alles zu wissen, der ist aber nie da. oder wie eine besucherin empört ihre meinung kund tut: “so lebt man ja nicht. ich kann mir nicht vorstellen, dass die architekten das so gewollt haben.”

konkrete lösungen hat aber keiner der sonderermittler parat.

deshalb ist die spannung auch am höhepunkt, als die “freie klasse”, spurenleger und spurensucher in personalunion, ihr ergebnis vorlegen. aber was die ermittler da präsentieren, ist ein diffuser flickerlteppich an indizien, die sich irgendwo im spielhöhlen-millieu verlieren. irgendwie. oder auch ganz anders. die ermittlungen werden vorläufig eingestellt. “wir scheiterten auf der ganzen linie.” so ihr fazit.

hm. bin ich jetzt opfer? oder täter? und was ist das haus? und die gegenwart?

ich denk mal drüber nach.

anschauen:
mehr bilder

weiterlesen:
“spurensuche”
http://www.freie-klasse-muenchen.de/

muh

31. August 2005

wettbewerbsbeitrag “schrumpfende städte”

Es ist 7 Uhr morgens, du stehst auf, schaust aus dem Fenster deines Liverpooler Appartements im fiesesten Stadtteil und siehst - Kühe.

“COW - the udder way” ist ein prämierter Beitrag zum Wettbewerb “Schrumpfende Städte - Die Stadt neu denken”, ausgeschrieben von der Zeitschrift archplus.

Die Menschen in Liverpool zieht es raus aus der Stadt. Jeder, der es sich leisten kann, zieht in die Vorstädte oder auf`s Land. Die Stadt schrumpft, Armut und Arbeitslosigkeit steigen. Aber warum nur jammern? “COW - the udder way” will die Potentiale nutzen, die frei werdende Flächen in der Stadt bieten.

Auf den Brachflächen im Liverpooler Stadtteil Toxteth tauchen plötzlich Kühe auf. Zehn Tage lang machen sie das, was sie am besten können. Grasen, gemolken werden, Kuhfladen produzieren. Die dadurch gewonnenen Produkte - Milch, Butter, Dünger - werden an die Nachbarschaft abgegeben, im Tausch mit Ideen, Kaffee oder Hilfe im Stall. Es gibt keinen Ablaufplan, die Akteure warten einfach ab, welche Eigendynamik sich entwickelt, wie die Bevölkerung reagiert.

Auf Kühe wurde auch deshalb zurückgegriffen, weil lokale Milchwirtschaft mit einer Kuh im Hinterhof noch bis in die 50er Jahre zum Stadtbild von Liverpool gehörten. In den Köpfen der älteren Anwohnern werden sofort Erinnerungen geweckt.

Das Projekt soll zeigen dass Selbstversorgung auch heute in Städten möglich ist, wenn Ressourcen vorhanden sind, kollektive Hilfe und vor allem frei verfügbares Land. Es wirft die Frage auf, ob man wirklich warten muss, bis einem irgendwelche Geldgeber irgendwelche Gebäude vor die Nase stellen, oder ob brachliegendes Land nicht eine Spielwiese für eigene Ideen ist. Und ob es nicht Aufgabe der Stadt ist dabei behilflich zu sein.

weiterlesen:
http://theudderway.info/
http://www.archplus.net/

hingehen:
Ausstellung der prämierten Projekte
26.11.05-29.1.06, Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig