kategorie ausstellung

designparcours

17. Februar 2008

von 28.2.-9.3.2008 ist in münchen wieder der designparcours, diesmal unter dem thema “generationen”.

infos hier: www.designparcours.net

less is more

31. Dezember 2006

architektur wie sie im buche steht

ganz viel geduld sollte man mitbringen, wenn man die ausstellung “architektur wie sie im buche steht. fiktive bauten und städte in der literatur” in der pinakothek der moderne besucht. denn hier wird wirklich nicht mit material gegeizt. wohl aber mit der usability.

um was geht es? eigentlich sagt das doch schon der titel: um fiktive bauten und städte in der literatur. ein architekt oder maler zeichnet oder baut die fiktion eines schriftstellers nach oder der schriftsteller greift selbst zum zeichenstift. aber warum wird dann ein ausschnitt aus “die verachtung” gezeigt? ein film, dessen kulisse die äußerst reale casa malaparte ist. und warum hängt hier ein archigram-bild? ist doch klar, dass architekten ihre entwürfe aufzeichnen. 

eine beschränkung auf das kernthema hätte die reizüberflutung ein wenig eindämmen können. aber nun gut, das ist vielleicht die künstlerische freiheit des ausstellers.

was aber wirklich stört, ist die beschriftung der ausstellungsstücke. ich habe keine lust, mich bei jedem der werke durch literarische ergüsse zu lesen, die mir erst am ende und dann auch nur vielleicht verraten, wer hier was interpretiert und warum. wenn ich sie denn gefunden habe, die beschriftungen. sie sind teilweise so gut versteckt, beziehungsweise so kunstvoll um säulen geschlungen, dass man schnell verzweifelnd gähnend aufgibt.

keine chance, die in teilen sehr hochwertigen exponate von schinkel bis zumthor zu erfassen, ohne den katalog im nachhinein durchzuarbeiten. ist das der sinn einer ausstellung?
da kann mich nicht einmal der blick in die villa kunterbunt versöhnen.

weiter lesen:

pinakothek der moderne

gedanken ai funghi

26. Oktober 2005

thomas hirschhorn :: doppelgarage

ein neonbeleuchteter innenraum. fein säuberlich aufgehängte werkzeuge, aufkleber an den wänden, pin ups - ein mann und seine werkstatt. hierher kann er sich zurückziehen, mal hier ein loch bohren, mal da ein brett zersägen.

“schatz, ich geh kurz ein bisschen basteln” - hört sich harmlos an. weit gefehlt. was so alles hinter verschlossenen hobbyraumtüren entstehen kann, zeigt die ausstellung “doppelgarage” in der pinakothek der moderne. der künstler thomas hirschhorn öffnet sein persönliches garagentor und lädt ein zu einem visualisierten streifzug durch die verstecktesten winkel seines gehirns.

man spaziert durch kleine welten mit landschaften aus pappe und plastik. riesige pilze wachsen aus den hügeln, zwischen denen spielzeugeisenbahnen ihre monotonen kreise ziehen. ein teppich aus zeitungsausschnitten pflastert die braune recyclingwelt. die bilder zeigen tod, gewalt, verzweiflung, die texte rezitieren nietzsche-interpretationen.

sehr faszinierend, sehr verstörend - und ein augenschmaus für alle pilzsammler!

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pinakothek der moderne

ausstellung verlängert bis zum 29.01.2006

“die berge von riem”

9. September 2005

fotos :: camilla kraus

kleine jungs wollen baggerfahrer werden. fasziniert von der größe und der technik dieser riesigen maschinen wollen sie ein staubiges, rauhes leben auf der baustelle führen, wo der bagger seine gefährlichen zähne in die frische erde gräbt. außer bei kleinen jungs hält sich die begeisterung für baustellen allerdings in grenzen. schmutzig, laut, häßlich sind sie. wirklich?

camilla kraus hat den aufbau des neuen münchner stadteils riem zehn jahre lang fotografisch dokumentiert. das heißt, sie hat mit ihrer kamera endlos wirkende landschaften gezeichnet. ruhig liegen sie da, die aufgeschütteten kieshaufen, als wären sie schon immer da gewesen und nicht eben erst durch die bauarbeiter entstanden. maschinen, schilder, spuren - nur die handschrift des menschen taucht in den bildern auf. der mensch selbst bleibt fern.

das ist so schön und die landschaften wirken so spannend, dass man die schrecken aller baustellenpraktika vergisst und sofort losläuft, um den nächsten bagger zu umarmen, und die wanderstiefel schnürt, für eine tour durch die baugruben um`s eck.

anschauen:
http://www.camilla-kraus.de/

hingehen:
14.01.-28.02.2006: ausstellung im kulturzentrum messestadt riem, münchen

auf der wiesn

5. September 2005

buga 2005 :: münchen riem

“architektonisch wertvolle anlagen”, “besonderes konzept”, “keine gartenschau im klassischen sinne” - solche statements hört man und will sie auch mal sehen, die ganz andere “buga”.

ausnahmslos alle familien münchens hatten an dem tag den selben gedanken, und so standen wir dann zusammen in den zellgärten. dort ist alles ganz überdimensional groß, man durchquert vogelnester und zellkerne. ist ganz nett, vor allem für kinder. für die ist eh einiges geboten. sie können viel entdecken, riechen, fühlen, spielen.

aber: warum wurden die perspektivenwechsel nicht großflächiger angelegt? das gelände ist riesig. man simuliert fugen in fließenplatten, in denen man sich fühlen soll wie eine ameise, aber nach drei platten ist man schon wieder draußen. schöner gedanke - aber wie viel schöner wäre es, wenn man sich wirklich in ihm verlieren könnte, die weite und die enge fühlen und spüren würde.

spannender ist “evergreen”, das kunstprojekt der akademie der bildenden künste münchen. auf der sogenannten kunstlichtung und auf dem gesamten gelände der “buga” verteilen sich die rund 40 interventionen, wie die “löwenspinne” [ -> foto]. ein plan gibt orientierung und eine eigens dafür kreierte zeitschrift, “terrain vague”, hintergründe, statements und ein kleines stück blauen himmel im posterformat. es verirren sich kaum menschen zur kunstlichtung und großes interesse an den installationen zeigen auch wenige. wenn man sich aber darauf einlässt, vergisst man in der auseinandersetzung mit kunst und natur sogar kurz die volksmusik- und animationsbeschallung, die aus allen richtungen erklingt, um dem naturerlebnis so richtig einzuheizen - eine oase auf einer riesengroßen grünen wiesn.

anschauen:
mehr bilder

weiterlesen:
http://www.buga2005.de/