kategorie architektur

nur für eine nacht

18. Mai 2008

 

das ein-zimmer-hotel everland residiert noch bis ende 2008 auf dem dach des palais de tokyo in paris. in den nächsten 60 tagen ausgebucht. *seufz

infos

rollenspiele

6. Mai 2008

(c) Dietmar Tollerian

kanalrohre als hotelzimmer

sportschau

4. Februar 2007

olympiastadion münchen

tipp für einen sonnigen tag in münchen: für zwei euro steht einem das olympiastadion zur selbsterkundung offen. ist immer noch sehr fotogen, das gute alte.

olympiastadion

schweizer weltanschauung

14. November 2005

blogprojekt “hochparterre international”

guerilla stores in amsterdam, blicke hinter die wohnungstüren in shanghai, künstlicher regen in peking. hochparterre, die schweizer zeitschrift für architektur und design, hat kulturjournalisten aus fünf städten - amsterdam, barcelona, new york, peking und shanghai - für das projekt “hochparterre international” gewinnen können. die autoren sind schweizer oder deutsche, die privates oder berufliches in die verschiedenen metropolen verschlagen hat. jeder von ihnen schreibt in seinem persönlichen blog über lokale architektur- und designthemen, aber auch über die skurrilitäten und stimmungen, die den charakter der stadt ausmachen. anfang oktober ist das projekt gestartet. mehr städte. bitte. bald.

weiterlesen:
http://www.amsterdamblog.hochparterre.ch/
http://www.barcelonablog.hochparterre.ch/
http://www.newyorkblog.hochparterre.ch/
http://www.pekingblog.hochparterre.ch/
http://www.shanghaiblog.hochparterre.ch/  

der weinende wohnwürfel

6. November 2005

micro-compact-home :: studentenstadt freimann

„ich will das nicht anziehen“, weint der winzige wohnwürfel und windet sich. „aber der onkel möchte das so, und ohne den onkel hättest du keine perspektive. sei nicht undankbar“. seine eltern stecken ihn in den blauen plakatüberwurf und schicken ihn auf den campus freimann, zu seinem ersten promotionjob. zusammen mit seinen sechs geschwistern steht er da, zwischen ihnen wehen blaue werbefahnen, die der onkel für den unwahrscheinlichen fall aufgestellt hat, dass irgendein kurzsichtiger ignorant nicht gemerkt hat, dass er hier das „o2-village“ betritt. die eltern grämen sich zu hause und träumen von einer welt, in der ihre kinder in einfarbige wände gewandet sind. in weiße wände, oder vielleicht sogar in schwarze. die eltern seufzen.

hat es sich so zugetragen? vielleicht sollte ich keine geschichten erzählen, sondern fakten. die sehen so aus: der wohnraum in münchen ist knapp. vor allem für studenten stehen nicht genug bezahlbare unterkünfte zur verfügung. die studierenden am lehrstuhl für gebäudelehre und produktentwicklung der tu münchen haben deshalb, zusammen mit dem tokyo institute of technology, eine mobile kleinstwohnung designt. verfeinert und zur serienreife entwickelt wurde das auf den namen „micro-compact-home“ getaufte häuschen dann zusammen mit dem architekturbüro haack und höpfner.

das ergebnis: alle funktionen des täglichen lebens - kochen, schlafen, arbeiten und hygiene - sind in dem wohnwürfel auf 6,8 quadratmetern untergebracht. die raumaufteilung geht hier ganz neue wege: man betritt den quader durch den nassbereich. straßendreck soll so beim nächsten duschen gleich weggespült werden. der wohnraum ist flexibel und – bei dieser wohnfläche ja auch bitter nötig - bis ins kleinste detail durchgeplant. durch schieben, klappen und ziehen entsteht zum beispiel wahlweise eine schlafgelegenheit oder sitzflächen für 5 personen.

die kleinen häuschen können mit dem pkw transportiert werden. sie sind so konzipiert, dass sie auf jeder kleinen fläche „geparkt“ und zu einer wohnanlage beliebiger größe montiert werden können.

die ersten minihäuser haben ihren parkplatz gefunden: eine wiese in der studentenstadt freimann. sechs studenten sind anfang november dort eingezogen, 150 euro miete zahlen sie. sie sollen tagebuch schreiben über das leben im würfel, damit schwachstellen gefunden und bei zeiten gelöst werden können.

die fakten klingen gut. wenn da nicht die geschichte vom weinenden wohnwürfel wäre.

weiterlesen:
http://www.microcompacthome.com/

“total gescheitert”

4. Oktober 2005

tatort :: haus der gegenwart

ich verlasse die luitpold lounge desillusioniert und ärgere mich über mich selbst.

nach bester “tatort”-manier wollte ich natürlich die perfekte lösung nach 90 minuten. hieb- und stichfeste beweise, einen lückenlos konstruierten tathergang, einen geständigen übeltäter.

viel habe ich über den fall nachgedacht, nachdem ich den tatort im “haus der gegenwart” besucht hatte. wer ist das opfer? ist die zeit der täter, die architektur oder war es doch ein verbrechen aus leidenschaft? - alles schien mir möglich.

total gescheitert bin ich. denn: “total gescheitert” sind auch die ermittler - die “freie klasse”. der titel ihres katalogs ist programm. so auch diesmal.

sie laden in die luitpold lounge, versprechen dort die aufklärung des falls. lassen vorher noch geladene sonderermittler, vier münchner autoren, ihre ergebnisse vortragen. die geben, jeder auf seine weise, ihre eindrücke sehr anschaulich und unterhaltsam wieder. sehr lustig, wie die herren polizisten auf dem audioband von katja huber von aber auch gar nichts eine ahnung haben. nur der kollege charly scheint alles zu wissen, der ist aber nie da. oder wie eine besucherin empört ihre meinung kund tut: “so lebt man ja nicht. ich kann mir nicht vorstellen, dass die architekten das so gewollt haben.”

konkrete lösungen hat aber keiner der sonderermittler parat.

deshalb ist die spannung auch am höhepunkt, als die “freie klasse”, spurenleger und spurensucher in personalunion, ihr ergebnis vorlegen. aber was die ermittler da präsentieren, ist ein diffuser flickerlteppich an indizien, die sich irgendwo im spielhöhlen-millieu verlieren. irgendwie. oder auch ganz anders. die ermittlungen werden vorläufig eingestellt. “wir scheiterten auf der ganzen linie.” so ihr fazit.

hm. bin ich jetzt opfer? oder täter? und was ist das haus? und die gegenwart?

ich denk mal drüber nach.

anschauen:
mehr bilder

weiterlesen:
“spurensuche”
http://www.freie-klasse-muenchen.de/

spielraum leerraum

24. September 2005

“nicht mehr _ noch nicht” :: dokumentarfilm

diesen film sollte man sich ansehen, denn es geht um ein brisantes thema: das schrumpfen unserer städte. doch der film deprimiert nicht, er zeigt lösungsansätze, die lust darauf machen weiterzudenken. man kommt aus dem kino und überlegt noch stundenlang, wo es in der näheren umgebung freiflächen gibt und wie man mit ihnen spielen könnte.

“nicht mehr”

die stadt wächst nicht mehr, sie schrumpft. deindustrialisierung und bevölkerungsflucht reißen tiefe löcher ins stadtgefüge. überall, sei es in leipzig, bremen, liverpool oder amsterdam, bestimmen leerstehende häuser und geschäfte, verlassene plattenbauten und brachliegende areale ganze stadtteile. investoren, die den umbau dieser brachen anpacken könnten, sind vorerst nicht in sicht.

das problem der stadtschrumpfung ist so neu, dass erfahrungen, regeln und konkrete lösungsansätze gänzlich fehlen. wie soll man mit diesen flächen in der übergangszeit, bis zu ihrem umbau, umgehen? die ratlosigkeit bei bürgern, planern und stadt ist groß.

“noch nicht”

die leerräume können aber großes potenzial bieten. unter einer voraussetzung: die menschen müssen den raum besetzen, müssen ihn für sich entdecken.

ein paar pionierprojekte gibt es schon - wie das “hotel neustadt” in halle-neustadt. einem leer stehenden plattenbau wird für die zeit eines festivals städtisches leben eingehaucht. individuell gestaltete hotelzimmer und verschiedene aktionen, wie ein minigolfparcours durch die alte bausubstanz, machen diesen ort für die anwohner wieder lebens- und liebenswert.

übrigens: ein initiator der aktion ist benjamin förster-baldenius, der die berufsbezeichnung “darstellender architekt” trägt. ein indiz dafür, dass es wohl auch an der zeit ist, die klassische rolle des architekten mal zu überdenken.

der film lief vor kurzem in der reihe “architektur und verzweiflung” im münchner werkstattkino. in der gleichen reihe wurde auch ein tati-film gezeigt, da war das kino voll besetzt. “nicht mehr _ noch nicht” hatte fünf zuschauer. eine nostalgische flucht in die probleme von gestern? :-)

weiterlesen:
http://www.nichtmehrnochnicht.de/
www.hotel-neustadt.de/
www.mdr.de/kultur/945064.html

mein haus ist da!

19. September 2005

ein stück volkshaus in orange

endlich sind sie da, schwarz auf orange: die entwurfszeichnungen für mein volkshaus. einschließlich einem kleinen heftchen, das auf 24 seiten nochmal die vorzüge des 16-qm-baus kurz und knapp zusammenfasst und einige nützliche tipps auf lager hat.

zum beispiel sollte man sich überlegen, sein volkshaus in der nordeifel aufzuschlagen, dort gibt es grundstücke mit einem quadratmeterpreis von unter 12 euro.

auch sätze wie “das volkshaus ist ein freilufthaus, denn du brauchst viel frische luft” leuchten natürlich ein. realisiert wird die korrespondenz zwischen innen und außen zum einen dadurch, dass die fassade durch drehelemente komplett geöffnet werden kann. zum anderen bietet die wc-box, die man vom haus abdocken und in die landschaft rollen kann, ein einmaliges naturerlebnis. und nochmal frische luft: durch das abrollen einer mit tapetenmuster beklebten plane entsteht außen eine flexible wand, die ein zweites wohnzimmer in der landschaft abgrenzt. bei der tapete hat der bauherr übrigens die wahl zwischen “uni”, “rustikal” oder “eskapismus” - leider liegen keine muster bei.

der plan zeigt den volkshaus-grundriss in verschiedenen wohnsituationen - schlafen, essen, duschen und so weiter - mit liebevoll ausgearbeiteten, multifunktionalen elementen. durch klappen, schieben oder rollen wird das bett zum tisch, der fensterladen zur liege, das wc zur dusche.

über eine außentreppe - einer leiter - erreicht man den ort, der jeden nachbarn vor neid erblassen lässt: die dachterrasse, begrünt mit kunstrasen und möbliert mit zwei “dachstühlen”, auf denen man nachts den blick in den himmel richtet und die sterne über der nordeifel betrachten kann.

weiterlesen:
schlicht und ergreifend
http://www.diekleinemarie.de/

spurensuche

11. September 2005

tatort :: haus der gegenwart

messe riem, am rand des buga-geländes - schaulustige versammeln sich vor einem neubau, angelockt durch das blaulicht eines polizeiautos und einige wichtig schauende beamte.

die polizisten geben den passanten bereitwillig auskunft. etwas mysteriöses ist vor kurzem hier passiert. der tatort ist nun teilweise abgesperrt, um die beweisstücke zu sichern. für 3 euro darf man aber gerne mal das haus inspizieren. viele stutzen, manche zahlen.

spuren gibt es viele. ein sauber ausgeschaufeltes grab im garten, unzählige leere wein- und bierflaschen, hühnerbeine und andere essensreste - ein lebloser arm hinter dem sofa??

eine kulisse des schreckens - aber eben nur eine kulisse. im rahmen der reihe “die lebenden möbel” wurde diese installation vom “haus der gegenwart” und der “freien klasse” initiiert. vom 10. bis 15. september ist jeder zur tatortbesichtigung und zur aufklärung des falls aufgerufen. per mail kann man seinen tathergang dann einsenden.

durch die installation ergibt sich eine sehr skurrile mischung an hausbesuchern. es treffen schaulustige auf spurensuchende, die mit notizblock bewaffnet jedes detail inspizieren. dazwischen mischen sich stirnrunzelnd die architekturbegeisterten. sie hätten eigentlich gerne eine der führungen im “haus der gegenwart” mitgemacht, versuchen jetzt aber tapfer, trotz größtmöglicher unordnung und minütlich einsetzenden polizeifunkdurchsagen, die räume auf sich wirken zu lassen.

denn das “haus der gegenwart” ist der gebaute sieger eines 2001 vom sz-magazin ausgerufenen wettbewerbs. es soll antworten geben auf die fragen: wer wohnt heutzutage eigentlich in einem wohnhaus für vier personen? wie privat, wie öffentlich will man wohnen? was könnte ein raumgefüge sein, das sich wandelnden lebensentwürfen anpasst? wie kann das auf einem engen grundstück realisiert werden?

entstanden ist ein zweistöckiges haus, dessen erdgeschoss durch drei separate, flexibel aufteilbare räume ein spiel mit dem außenraum eingeht. darüber schwebt die kollektivbox, die von allen bewohnern als gemeinschaftsraum zum kochen oder zum wohnen genutzt werden kann.

an diesen tagen wird das haus zur bühne für den “tatort” und dadurch auch zu einem hauptdarsteller des geschehens. so spannend kann man räumen also leben einhauchen und ein architektonisches pilotprojekt für alle erlebbar machen.

aber was ist denn nun passiert? die ermittlungsergebnisse werden am 28.9. um 20:30 uhr in der luitpold lounge präsentiert. spannend, denn “die freie klasse ist gefährlich”!

anschauen:
mehr bilder

weiterlesen:
total gescheitert”
http://www.hausdergegenwart.de
http://www.freie-klasse-muenchen.de/

hingehen:
http://www.hausdergegenwart.de/programm/index.php?seite=zeigt

 

schlicht und ergreifend

6. September 2005

einfach wohnen

ich habe mir gerade ein haus gekauft. das heißt - erstmal den plan für mein “volkshaus”. auf der site http://www.diekleinemarie.de/ bekommt man den in grün, pink oder orange.

“die kleine marie” hat es sich zur aufgabe gemacht, die welt ein bisschen einfacher zu machen. nach dem motto “verschlichter dich” entwickelt, produziert und vertreibt sie sehr putzige dinge für alle lebenslagen: das kochbuch “schlichte gerichte”, das gesellschaftsspiel “schlicht sticht” oder eben das “volkshaus”.

zusammen mit innenarchitekten und architekten als fliegender bau entworfen, soll es an allen erdenklichen orten aufstellbar und wieder zerlegbar sein. die grundrissfläche von 16,2 qm reicht laut “die kleine marie” aus, um gut zu wohnen. und zwar durch multifunktionalität. das bett wird tagsüber zum tisch, der geschirrschrank wird bei gutem wetter nach außen geklappt und vier leute können an ihm dann im freien frühstücken.

der preis für das komplette haus soll höchstens 12.500 euro betragen, inklusive architekt und einem gefüllten vorratsschrank.

“kauf den plan, und du wirst dich unverzüglich als bauherr fühlen” steht in der produktbeschreibung. wann kommt mein päcken endlich?

weiterlesen:
www.diekleinemarie.de/
mein haus ist da!