kategorie alltagsdesign

spiel auf zeit

2. Februar 2007

an der uhr drehen 

toll: hier bastelt man sich seine zeitansage selbst zusammen. korpus plus klebeset mit ganz vielen einzelteilen, zahlen und schriften werden je nach geschmack als kuckucks- oder designuhr an die wand gebastelt.

es schneit!

7. Januar 2007

schneeflocken basteln

hier kann man sich den winter zurecht schneiden: 
snowflakes.lookandfeel.com

hatte ich total verlernt.
man entwickelt schnell den ehrgeiz, mit den größten strebersternen in der galerie gleich zu ziehen. keine chance. die kindergärtnerinnen gewinnen immer.

maschenplan

7. Januar 2007

ich will einen gestrickten dackel

genau. schon immer. aber alle verwandten/ bekannten strickprofis kann ich gerade mal zu einem gestrickten schal bewegen. seit ich die strickzeitschrift “die masche” mit einer anleitung zum dackelstricken mein eigen nenne, weiß ich auch warum: man muss das studieren. dagegen ist jeder bauplan eine kindergartenzeichnung.

ich will aber trotzdem einen gestrickten dackel. und zwar genau diesen.

deshalb warte ich gespannt, dass etsy die überarbeitung seines “alchemy“-bereich abschließt. dort können dann nämlich erprobte strickasse meine anfrage ersteigern. meine letzte hoffnung.

da ich mir sicher bin, dass es jeden brennend interessiert, wie dieses thema weiter geht, bleibe ich dran und werde über noch so kleine fortschritte detailliert berichten.

kuschelige fassaden

11. Dezember 2005

kissenbezüge “zornige kinder”

auf dem sofa liegen mit einer kecken nachkriegsfassade im arm - diesen traum können sich bauliebhaber und berlinnostalgiker jetzt erfüllen. mit den kissenbezügen “zornige kinder” wollen berliner architekten auf den “respektlosen umgang der bauenden architektengeneration mit den bauten der architektenväter” in ihrer stadt aufmerksam machen. einige der stilisiert auf bunten stoff gedruckten, markanten fassaden aus den 60er und 70er jahren wurden schon aus dem stadtbild entfernt, andere sind vom abriss bedroht. auf dem sofa dürfen sie weiterleben. zornig. mit weichem kern.

weiterlesen:

http://www.s-wert-design.de/zornig.html 

schweizer weltanschauung

14. November 2005

blogprojekt “hochparterre international”

guerilla stores in amsterdam, blicke hinter die wohnungstüren in shanghai, künstlicher regen in peking. hochparterre, die schweizer zeitschrift für architektur und design, hat kulturjournalisten aus fünf städten - amsterdam, barcelona, new york, peking und shanghai - für das projekt “hochparterre international” gewinnen können. die autoren sind schweizer oder deutsche, die privates oder berufliches in die verschiedenen metropolen verschlagen hat. jeder von ihnen schreibt in seinem persönlichen blog über lokale architektur- und designthemen, aber auch über die skurrilitäten und stimmungen, die den charakter der stadt ausmachen. anfang oktober ist das projekt gestartet. mehr städte. bitte. bald.

weiterlesen:
http://www.amsterdamblog.hochparterre.ch/
http://www.barcelonablog.hochparterre.ch/
http://www.newyorkblog.hochparterre.ch/
http://www.pekingblog.hochparterre.ch/
http://www.shanghaiblog.hochparterre.ch/  

bauschau

11. November 2005

nena dietz :: zeitraum baustelle

mit dem potsdamer platz fing es 1995 an: interessierte berliner oder berlinbesucher pilgerten in scharen zur baustelle und zur info-box. sie konnten zusehen, wie der platz immer mehr gestalt annimmt und bekamen gleichzeitig vor ort informationen über den baufortschritt und über die pläne der stadt. seitdem haben sich begriffe wie „baustellentourismus“ und „baustellenausstellung“ etabliert, auch international. eine sehr spezielle ausstellungsform, die nena dietz jetzt in ihrer diplomarbeit „zeitraum baustelle“ untersucht.

das besondere an einer baustelle ist ja, dass sie sich ständig verändert und der bau sich immer mehr der fertigstellung nähert. das heißt, jeder besuch dieser ausstellung ist neu und anders, die vergangenheit reicht immer weiter, die zukunft wird immer konkreter. fotodokumente, modelle und simulationen geben diesen entstehungsprozess wieder und zeigen schon mal visionär das neue stadtbild.

das kann ein wichtiges marketing-instrument sein. veränderungen in der vertrauten umgebung stoßen bei anwohnern nur selten sofort auf akzeptanz. eine schmackhaft aufbereitete ausstellung, die die vorteile der umgestaltung und das verbesserte wohnumfeld präsentiert, soll ihnen die angst vor dem unbekannten nehmen. darauf spekulieren immer mehr städte.

auch münchen? ich – potentieller baustellentourist - fahre zu einem ort, der wohl einer der touristenmagneten sein sollte: das jüdische zentrum am jakobsplatz. ich strecke mich, um die bautafel hinter den bauzäunen lesen zu können. sie blickt in eine rosige zukunft: “hier entsteht ein ort der begegnung”. ein wärter patrouilliert, überwachungskameras. am zaun des riesigen areals ein kleines hinweisschild: eine ausstellung zum bauvorhaben kann man sich im stadtmuseum ansehen. praktisch: ist ja gleich neben der baustelle.

die ausstellung ist kaum zu finden, sie versteckt sich in einem nebengebäude im dunkeln und besteht aus 3 tafeln, die hauptsächlich die pläne der architekten vorstellen. an der letzten tafel wieder ein kleiner hinweis: eine ausstellung zur jüdischen architektur, in der auch dieses bauvorhaben vorgestellt wird, kann man sich im stadtmuseum ansehen. also irre ich weiter durch die räume und zahle den eintritt. eine kleine nische dieser wirklich schönen ausstellung widmet sich dann auch dem bauvorhaben am jakobsplatz. und zwar hauptsächlich den plänen der architekten.

wieder vor der baustelle betrachte ich den bauzaun. so viel schöne fläche zum spielen. die diskussionen und bürgerentscheide, zitate, der wettbewerb, die bauentwicklung, das richtfest, die zukunft. keine werbung, sondern fakten wären toll. erweiterbar, bis der bauzaun fällt. das würde dem platz während der bauzeit sicher gestalterisch gut tun. und alles wäre für den baustellentouristen vor ort erlebbar. all inclusive.

anschauen:
mehr bilder aus der diplomarbeit von nena dietz

weiterlesen:
http://www.n3n4.de/

die pest - nachtrag

4. November 2005

parade der geschmacklosigkeiten

immer mehr löwen werden es in münchen. hilft ja nichts: man muss mit ihnen leben. ein kleines trostplaster gibt es aber: seinen persönlichen spitzenreiter in sachen geschmacklosigkeit kann man jetzt einreichen. und zwar auf der website http://www.paradedergeschmacklosigkeiten.de/, iniziiert vom münchner radiosender m94.5.

der könig der löwen wird in den kategorien “einfach nur häßlich” und “das verstörendste gesamtkonzept” gewählt. man kann noten von eins - “passt schon” - bis fünf - “ahh, meine augen!” - vergeben. in führung liegen momentan ein tunten-löwe und ein straps-löwe, dicht gefolgt vom mosi-löwen und vielen anderen bunten wahnsinnswerken.

die abstimmung geht mindestens bis zur wm 2006, denn man will “allen löwen - auch denen, die noch aufgestellt werden - eine faire chance bieten.”

ein kleines schmankerl gibt`s zur halbzeit, wenn die initiatoren an den beiden führenden viechern kränze niederlegen, “um an all die unschuldigen opfer dieser geschmacklosigkeiten zu erinnern.”

weiterlesen:
paradedergeschmacklosigkeiten
die pest

die pest

23. September 2005

löwen des grauens

überall in der münchner innenstadt stolpert man mittlerweile über leer vor sich hin starrende sitzende, stehende, männchen machende löwenfiguren. die armen viecher sind in der regel entweder augenkrebsfördernd bunt und/ oder megakreativ mit allen möglichen symbolen, formen oder lederhosen bemalt. klar, dass sich auch künstler vom kaliber einer paris hilton an ihnen austoben durften.

beim anblick der ersten dachte man noch: schlimm, aber schau ich halt weg. mittlerweile weiß man aber gar nicht mehr so genau wo man hinschauen soll. ja klar, denn bis oktober sollen, sagt oberbürgermeister ude, “bereits über 500 exemplare farbenfrohe akzente ins stadtbild setzen”. o mein gott. “und es werden bis zur wm 2006 noch mehr werden”.

gut, es ist für einen guten zweck. die löwen kann man kaufen und der erlös geht an “münchner kinder in not”. aber fällt den initiatoren nicht mehr ein als diese abgedroschene idee? es gibt so viele junge ambitionierte künstler in münchen, die den stadtraum gewinnbringender gestaltet hätten als mit einem billigen, bepinselten klischee.

die löwen werden verkauft. das heißt: nach der aktion stehen die viecher zwar nicht mehr in der innenstadt rum, aber in vorgärten und verkaufshallen. ein tückisches virus ist das, eine nicht aufzuhaltende löwen-pest.

wenn jemand ein herz, geld und geschmack hat, appelliere ich an ihn: löwen aufkaufen und schön genüsslich in den sondermüll damit.

weiterlesen:
die pest - nachtrag

wirklich anschauen? na gut:
http://www.leo-parade.de/

mein haus ist da!

19. September 2005

ein stück volkshaus in orange

endlich sind sie da, schwarz auf orange: die entwurfszeichnungen für mein volkshaus. einschließlich einem kleinen heftchen, das auf 24 seiten nochmal die vorzüge des 16-qm-baus kurz und knapp zusammenfasst und einige nützliche tipps auf lager hat.

zum beispiel sollte man sich überlegen, sein volkshaus in der nordeifel aufzuschlagen, dort gibt es grundstücke mit einem quadratmeterpreis von unter 12 euro.

auch sätze wie “das volkshaus ist ein freilufthaus, denn du brauchst viel frische luft” leuchten natürlich ein. realisiert wird die korrespondenz zwischen innen und außen zum einen dadurch, dass die fassade durch drehelemente komplett geöffnet werden kann. zum anderen bietet die wc-box, die man vom haus abdocken und in die landschaft rollen kann, ein einmaliges naturerlebnis. und nochmal frische luft: durch das abrollen einer mit tapetenmuster beklebten plane entsteht außen eine flexible wand, die ein zweites wohnzimmer in der landschaft abgrenzt. bei der tapete hat der bauherr übrigens die wahl zwischen “uni”, “rustikal” oder “eskapismus” - leider liegen keine muster bei.

der plan zeigt den volkshaus-grundriss in verschiedenen wohnsituationen - schlafen, essen, duschen und so weiter - mit liebevoll ausgearbeiteten, multifunktionalen elementen. durch klappen, schieben oder rollen wird das bett zum tisch, der fensterladen zur liege, das wc zur dusche.

über eine außentreppe - einer leiter - erreicht man den ort, der jeden nachbarn vor neid erblassen lässt: die dachterrasse, begrünt mit kunstrasen und möbliert mit zwei “dachstühlen”, auf denen man nachts den blick in den himmel richtet und die sterne über der nordeifel betrachten kann.

weiterlesen:
schlicht und ergreifend
http://www.diekleinemarie.de/

spurensuche

11. September 2005

tatort :: haus der gegenwart

messe riem, am rand des buga-geländes - schaulustige versammeln sich vor einem neubau, angelockt durch das blaulicht eines polizeiautos und einige wichtig schauende beamte.

die polizisten geben den passanten bereitwillig auskunft. etwas mysteriöses ist vor kurzem hier passiert. der tatort ist nun teilweise abgesperrt, um die beweisstücke zu sichern. für 3 euro darf man aber gerne mal das haus inspizieren. viele stutzen, manche zahlen.

spuren gibt es viele. ein sauber ausgeschaufeltes grab im garten, unzählige leere wein- und bierflaschen, hühnerbeine und andere essensreste - ein lebloser arm hinter dem sofa??

eine kulisse des schreckens - aber eben nur eine kulisse. im rahmen der reihe “die lebenden möbel” wurde diese installation vom “haus der gegenwart” und der “freien klasse” initiiert. vom 10. bis 15. september ist jeder zur tatortbesichtigung und zur aufklärung des falls aufgerufen. per mail kann man seinen tathergang dann einsenden.

durch die installation ergibt sich eine sehr skurrile mischung an hausbesuchern. es treffen schaulustige auf spurensuchende, die mit notizblock bewaffnet jedes detail inspizieren. dazwischen mischen sich stirnrunzelnd die architekturbegeisterten. sie hätten eigentlich gerne eine der führungen im “haus der gegenwart” mitgemacht, versuchen jetzt aber tapfer, trotz größtmöglicher unordnung und minütlich einsetzenden polizeifunkdurchsagen, die räume auf sich wirken zu lassen.

denn das “haus der gegenwart” ist der gebaute sieger eines 2001 vom sz-magazin ausgerufenen wettbewerbs. es soll antworten geben auf die fragen: wer wohnt heutzutage eigentlich in einem wohnhaus für vier personen? wie privat, wie öffentlich will man wohnen? was könnte ein raumgefüge sein, das sich wandelnden lebensentwürfen anpasst? wie kann das auf einem engen grundstück realisiert werden?

entstanden ist ein zweistöckiges haus, dessen erdgeschoss durch drei separate, flexibel aufteilbare räume ein spiel mit dem außenraum eingeht. darüber schwebt die kollektivbox, die von allen bewohnern als gemeinschaftsraum zum kochen oder zum wohnen genutzt werden kann.

an diesen tagen wird das haus zur bühne für den “tatort” und dadurch auch zu einem hauptdarsteller des geschehens. so spannend kann man räumen also leben einhauchen und ein architektonisches pilotprojekt für alle erlebbar machen.

aber was ist denn nun passiert? die ermittlungsergebnisse werden am 28.9. um 20:30 uhr in der luitpold lounge präsentiert. spannend, denn “die freie klasse ist gefährlich”!

anschauen:
mehr bilder

weiterlesen:
total gescheitert”
http://www.hausdergegenwart.de
http://www.freie-klasse-muenchen.de/

hingehen:
http://www.hausdergegenwart.de/programm/index.php?seite=zeigt